Vom Pilotprojekt zur Weiterentwicklung: Match’In auf der AFAR-Abschlusskonferenz an der Hertie School
Was braucht es, damit algorithmische Entscheidungshilfen im Asylsystem Menschen unterstützen – und nicht über sie bestimmen? Diese Frage stand im Zentrum der internationalen Abschlusskonferenz „Algorithmic Fairness for Asylum Seekers and Refugees“ an der Hertie School in Berlin. Im Panel „Preference Matching and Algorithmic Tools in Practice“ stellten Dr. Devrimsel Deniz Nergiz und Sonja Reinhold LL.M. das Projekt Match’In vor – als Beispiel dafür, wie digitale Tools verantwortungsvoll eingesetzt werden können, ohne menschliche Entscheidungskompetenz zu ersetzen. Match’In wurde dabei nicht als technologische „Lösung“, sondern als lernendes, kritisch begleitetes Instrument diskutiert, das Fairness, Transparenz und Beteiligung systematisch mitdenkt.
Die internationale Diskussion bestätigte zentrale Prinzipien von Match’In: Algorithmische Systeme entfalten ihren Nutzen nur dann, wenn sie nicht prädiktiv, nicht autonom und nicht intransparent eingesetzt werden. Match’In versteht sich daher als fallbasiertes Empfehlungssystem, das individuelle Bedürfnisse, Präferenzen und Schutzbedarfe sichtbar macht und Entscheidungsträger:innen in Verwaltung und Kommunen unterstützt – ohne über Menschen zu entscheiden. Zugleich lieferte der Austausch wichtige Impulse für Match’In 2.0, insbesondere für die Weiterentwicklung hin zu Familienkonstellationen, komplexeren Bedarfslagen und einer noch stärkeren reflexiven Begleitforschung. Damit positioniert sich Match’In klar als Projekt, das digitale Innovation mit Verantwortung verbindet – an der Schnittstelle von Forschung, Verwaltung und den Erfahrungen der Betroffenen.
Weitere Veranstaltungsinformationen: Reflections from Final AFAR Conference at Hertie School | Hertie School